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Eine Geschichte

Rückwärts in die Dunkelheit

Zu den Sternen schaut man auf,
wenn es auf der Welt nichts mehr zu sehen gibt.
Oder blickt man auf,
wenn man nichts mehr sehen will?


Prolog

So viel hat der Mond hier schon gesehen,
hat viel Übel miterlebt.
Was wird wohl noch geschehen,
wenn sich die Finsternis erhebt?

Einst waren wir Freunde für die Ewigkeit,
dachten, es würde nie ein Ende finden.
Doch wir fielen in tiefe Dunkelheit,
Eintracht mag uns niemals binden.

Denn wie auch Zeit vergeht die Freundschaft,
auch wenn ich es kaum glauben kann.
Nichts ist mehr länger standhaft,
seit der Verrat seinen Lauf begann.


Da stand ich nun. Vor einem kleinen See inmitten des dunklen Verbotenen Waldes. Die halbförmige Mondsichel schien vom samtschwarzen Himmel herab und die Sterne, die aus solch' unerreichbarer Ferne hinabfunkelten, spendeten schimmerndes Licht. Sie schienen ein Netz aus bläulichweiß glitzernden Perlen zu bilden, so dass ich mich fragte, was sie noch alles von dort oben sehen würden, außer das Leben. Und den Tod.

Ich wusste keine Antwort darauf und wandte den Blick vom Horizont ab und ließ ihn vor mir über die ruhige Wasseroberfläche schweifen. Ich sah, wie sich die Himmelslichter darin spiegelten, so klar und so unschuldig, mit einem leisem Hohn im geheimnisvollen Glitzern, der ihr Wissen verriet, dass die Menschen niemals erfahren würden, welch' Geheimnisse sie bargen.

Eine Eule schuhute von irgendwo her. Ein leiser Jagdruf eines Tieres folgte dem und hallte über die Stille des Waldes. Doch ich ließ mich nicht beirren. Ich kannte den Wald und wusste, wann er gefährlich war und wann nicht. So oft war ich mit Sirius, James und Peter hier gewesen und wir hatten alle Gegenden durchstreift, ich hatte manchmal das Gefühl, als ob ich jeden Winkel kennen würde. Aber ich wusste, dass der Wald noch vieles in sich bewahrte, was ich nicht kannte, und dass er es verbarg.

Langsam kniete ich mich hin und ließ meine linke Hand ins kühle Wasser tauchen. Sanft umspielte es meine Finger und ich beobachtete die flüssigen Bewegungen, die ich verursacht hatte, und die über die ganze Seeoberfläche hinweg glitten.

Ich seufzte leise und dachte an bessere Zeiten. Wie schnell das Glück doch zerbersten konnte. Wie schnell Verbrüderung auseinander gerissen werden konnte, gejagt und vernichtet vom Verrat, dem ewigen Begleiter des Todes.

Ich hatte einmal gedacht, dass wahre Freundschaft wirklich existierte. Auch wenn man sich zu fragen hatte, was denn echte Freundschaft sei und wann man wusste, dass man sie erfuhr, so hatte ich geglaubt, dass es mir vergönnt gewesen war, sie kennen zu lernen.

Doch wie konnte es sein, wenn sie sich so einfach hatte vernichten lassen? Wo waren dann die Funken der Echtheit?

Ich zog meine Hand aus dem Wasser und setzte mich hin. Ich verlagerte mein Gewicht auf meine Hände, während ich wieder zu den Sternen aufsah.

Ihr Anblick war verlockend, denn so konnte man der düsteren Welt entkommen... zumindest konnte man es sich einbilden.

Und als ich so hinaufschaute und mich in den Weiten des Universums verlor, welche sich über mir erstreckten, erhellt vom matten Sternenlicht, entsann ich mich einer Freundschaft, die einst dem Tod getrotzt hätte.

Meine Gedanken schweiften ab, zurück in verblichene Zeiten, von denen ich geglaubt hatte, sie längst verarbeitet zu haben, und hielten erst an dem Punkt an, an dem alles begann...

 


13.10.08 16:33


1. Kapitel Von Vorurteilen und Feindschaft

"Vorurteile erleichtern seit jeher
das selbstständige Denken."

- unbekannt

Remus Lupin stand auf dem sonnendurchfluteten Bahnsteig 9 ¾ von King's Cross und ließ seinen Blick über die anderen Schüler und deren Begleitungen schweifen. Die Luft war erfüllt von lautem Stimmengewirr und dem Schuhuen der Eulen und Miauen der Katzen.

Remus wartete neben seinem Gepäckwagen, allein. Nicht weit von ihm zu seiner Linken stand eine kleine Gruppe von Zauberern, welche Slytherintracht trugen. Obwohl Remus zum ersten Mal nach Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei, fuhr, wusste er, dass die Farben grün und silbern für Slytherin standen. Jenem Haus, dem man nachsagte, dass es mehr schwarze Magier hervorbrachte, als die restlichen drei zusammen.

Er musterte die drei Jungen verstohlen. Sie schienen Schüler aus den höheren Jahrgängen zu sein. Der Zauberer in der Mitte war hoch gewachsen und von schlanker Statur. Er hatte ein blasses, spitzes Gesicht mit aristokratischen Zügen, auf denen ein arroganter Ausdruck lag. Seine hellgrauen Augen waren kalt. Sein weißblondes Haar war ihm aus der Stirn gekämmt und hob sich hell von seinem schwarzen, langen Umhang ab, auf dem das Zeichen des Schulsprechers befestigt war. Die beiden anderen Jungen wirkten wie zwei Tonnen, so breit und kräftig waren sie.

WUMS machte es plötzlich auf Remus' anderer Seite und sein Kopf fuhr nach rechts. Zwei Zauberer in seinem Alter waren mit ihren Gepäckwagen zusammen gekracht.

"Hey, kannst du nicht aufpassen? !", fuhr der eine Junge den anderen auch schon sofort an. Er sah gut aus. Seine schwarzen Haare standen ihm konfus in alle Richtungen, so, als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen. In seinen haselnussbraunen Augen stand ein unverkennbares Leuchten, das wohl niemals verschwand.

"Oh, entschuldige, ich hab' dich nicht gesehen", piepste der andere erschrocken. Er war klein, dick, hatte mausgraues Haar und wässrige Knopfaugen.

Der schwarzhaarige Junge winkte ab. Großspurige Gelassenheit lag auf seinem schmalen Gesicht, die irgendwie angeberisch wirkte.

Remus runzelte leicht die Stirn, als er dies bemerkte.

"Schon gut, es ist ja nichts passiert." Die Augen des anderen ruhten auf den kleinen Jungen und er lächelte spöttisch. Er wollte sich schon wieder abwenden, als der andere Junge noch etwas sagte.

"I-Ich heiße Peter, und du?"

Der andere Junge hielt in seiner Bewegung inne und musterte Peter flüchtig, mit einem kurzen Stirnrunzeln. "James Potter", antwortete er schließlich knapp und mit einer Spur von gelangweiltem Unterton.

"Sieh an, sieh an, Sirius Black erweist Hogwarts die Ehre", schnarrte auf einmal der hellblonde Slytherin zu Remus' Linken mit lauter Stimme.

Unwillkürlich folgte er den Blick des Schulsprechers und sah einen schlanken, gut aussehenden Jungen, der wohl gerade auf dem Bahnsteig angekommen war. Hinter ihm standen ein Zauberer und eine Hexe, die seine Eltern sein mussten und sich mit zwei Erwachsenen unterhielten, welche dem blonden Jungen nicht unähnlich waren.

Aus den Augenwinkeln merkte Remus, wie auch James aufgeschaut hatte und zu dem Jungen, der mit ´Sirius Black´ angesprochen worden war, blickte.

Dieser blieb mit seinem Gepäckwagen stehen. Ein kleiner, pechschwarzer Uhu mit ungewöhnlich grünen Augen thronte in seinem Käfig auf den Koffer.

"Lucius Malfoy", sagte Sirius nun mit kühler, gelassener Stimme und musterte den älteren Slytherin.. Er hatte ein blasses Gesicht mit hohen Wangenknochen. Sein dunkles Haar fiel ihm in einer Art beiläufiger Eleganz in die dunklen, großen Augen. "Welch' spitzfindige Bemerkung, wenn man bedenkt, dass ich dir erst vor ein paar Tagen erzählt habe, dass ich eingeschult werde." Sirius' Stimme hatte einen leisen, spöttischen Unterton angenommen.

Offenbar kannten sich Sirius und der Schülersprecher, wenn sie sich in den Ferien sahen.

Lucius lachte leise. "Ich schätze, du wirst nach Slytherin kommen, hm?", meinte er, Sirius' Kommentar ignorierend.

"Aber natürlich wird er das", mischte sich eine Hexe mit einem solch' harten und arroganten Zug auf dem Gesicht, dass Remus glatt die Luft wegblieb. Es war jene, die er vorhin schon für Sirius' Mutter gehalten hatte. Dennoch schien der Junge eindeutig nach seinem Vater zu kommen, der sich immer noch mit dem blonden Erwachsenen unterhielt, zweifellos Lucius' Elternteil.

"Wenigstens wird in Slytherin die Reinblütigkeit noch hoch geehrt", fuhr Mrs Black mit hochmütiger, scharfer Stimme fort.

Remus hörte, wie James schnaubte.

"Vor allem, seit dieser unfähige Dumbledore Schulleiter geworden ist, nehmen die mudblooderischen Situationen schreckliche Zustände an." Mrs Black machte ein grimmiges Gesicht und die andere Frau, wohl Lucius' Mutter, nickte zustimmend.

Remus hörte James schon wieder empört schnauben.

Sirius zog derweil eine Grimasse. "Ja, ja, was wäre Hogwarts nur ohne Slytherin..." Dann fiel sein Blick zufällig auf Remus und James und sein Gesicht verdüsterte sich leicht. "Was glotzt ihr denn so?", herrschte er James und Remus hochmütig an. Peter schien er gar nicht wahrzunehmen.

Remus hob die Augenbrauen, schaute schnell zu James, nur um festzustellen, dass in dessen Augen Zorn auffunkelte, der seine haselnussbraunen Augen dunkler zu färben schien, und nahm wieder Blickkontakt zu Sirius auf.

Dessen Mutter war wieder in einem Gespräch mit Mrs Malfoy vertieft und Lucius hatte sich schon längst abgewandt.

"Erstens glotze ich nicht und zweites kann ich in jede Richtung gucken, wohin ich will", erwiderte James zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor. "Oder haben die Blacks etwa mit dem Wert ihrer Reinblütigkeit die Welt gekauft?", fügte er höhnisch hinzu, wobei er Sirius' Familiennamen mit voller Verachtung aussprach.

Sirius' dunkle Augen verengten sich. "Mudblood?", erkundigte er sich, scheinbar beiläufig.

Remus sog leicht die Luft ein. Mudblood war so mit die erniedrigste Beleidigung, die er kannte.

"Nein", presste James hervor, die Stimme mit unterdrückter Wut erfüllt. Seine Hände waren zu Fäusten geballt. "Ich bin reinblütig. Ich habe es aber nicht nötig, immer wieder darauf zu verweisen, weil ich offensichtlich über mehr Intelligenz verfüge als du!"

Remus konnte die Feindseligkeit förmlich spüren, die zwischen den beiden Jungen herrschte, obwohl sie sich überhaupt nicht kannten.

Er sah, wie Sirius' Hand zu seinem Zauberstab flog und einen Moment später zielte er mit dessen Spitze auf James' Brust. Der andere Junge tat es ihm nach und Peter quiekte leise auf, als sie sich gegenseitig bedrohten.

"Glaubst du etwa, ich gehe nach Hogwarts, ohne einen einzigen Fluch beherrschen zu können, den ich auf Jungs wie dich hetzen könnte?", fragte Sirius finster.

"Nur zu, Black", forderte James ihn mit gepresster Stimme auf. In seinen Augen loderte es. "Denn glaubst du etwa, ich gehe nach Hogwarts, ohne einen einzigen Gegenfluch beherrschen zu können, den ich auf Jungs wie dich hetzen könnte?" Er amte Sirius' verächtlichen Ton nahezu vortrefflich nach.

Sirius lachte kurz auf. Belustigt und höhnisch zugleich. "Du bist aber ganz schön mutig. Niemand legt sich freiwillig mit einem Black an."

Bildete Remus es sich ein, oder hatte er gerade einen bitteren Unterton aus dessen Stimme herausgehört? Er sah Sirius' anmaßenden Ausdruck in dessen Augen und erschloss, dass er sich wohl verhört hatte.

"Warum?", mischte er sich nun mit ruhiger Stimme ein. Schließlich hatte Sirius ihn ja vorhin auch angesprochen gehabt.

Dieser lenkte seinen Blick auf ihn. "Warum was?", erkundigte er sich gereizt.

"Warum ist es denn so verwunderlich, wenn sich jemand mit einem Black anlegen will? Nur, weil man der Familie nachsagt, sie sei so schwarz, wie sie reinblütig ist?" Er hatte leise und ohne jeglichen provokanten Ausdruck in der Stimme gesprochen, und dennoch schien diese Bemerkung bei Sirius endgültig das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben.

"Relashio", sagte er und lenkte dabei seinen Zauberstab auf Remus.

"Aah!" Dieser schlug die Hände vor sein Gesicht, als heiße Funken in seine Haut brannten. Er hatte aufgekeucht und stolperte nach hinten.

"Du solltest dich vor ´schwarzen und reinblütigen´ Zauberern besser in Acht nehmen", presste Sirius mit brennendem Blick hervor.

"Stupefy", sagte James inzwischen erzürnt und Sirius schnappte ermattend nach Luft, als ein Blitz ihn traf. Er war geschockt worden.

"Du meine Güte!", rief plötzlich jemand und eine Hexe in einem smaragdgrünen Umhang eilte herbei und schnappte vor lauter Empörung nach Luft. "Ja, bei Merlin, was geht denn hier vor? Noch nicht einmal eingeschult und schon VERLETZT IHR DIE REGELN?", schrie sie mittlerweile so laut, dass sämtliche Köpfe zu ihnen flogen. Sie hatte strenge Züge. Ihr schwarzes Haar war zu einem festen Knoten zusammengebunden und trug eine Brille mit quadratischen Gläsern.

"Aah", hörte Remus Sirius' Mutter empört aufkreischen.

Er richtete sich auf, lächelte schief und huschte in Deckung, als noch immer ein paar Funken Sirius' Zauberstab entwichen. Dann sah er die neu dazugekommene Hexe verlegen an.

"Enervate", sagte diese und kurz danach "Finite Incantatem." James' Lähmungszauber und Sirius' Relashiofluch waren beendet.

Sirius zog scharf die Luft ein und richtete seine Zauberstabspitze auf James. "Zeigst auch noch Heldenmut, um deinen Freunden beizustehen, was", höhnte er, die aufgebrachte Hexe vollkommen ignorierend. "Serpen--", fing er an, um einen Fluch auszusprechen, als die Frau ihn mit einem Expelliarmuszauber entwaffnete.

Sirius' Zauberstab flog ihm aus der Hand und sie fing ihn elegant auf.

Verdutzt schaute er sie an, dann zogen sich seine Augenbrauen zusammen. "Na, was erlauben Sie sich eigentlich?", erkundigte er sich entrüstet.

Die Hexe glotzte ihn verdutzt an, dann schnappte wieder entrüstet nach Luft. "WIE BITTE? HIER WIRD NICHT GEZAUBERT! AUCH WENN DIE SCHULE WIEDER ANGEFANGEN HAT, SIND DUELLE NICHT ERLAUBT!", polterte sie los.

"Aah, Professor McGonagall", erschallte eine angenehme Stimme und Remus schaute in die Richtung. Es musste Sirius' Vater sein, so wie er aussah. "Tut mir leid, wenn mein Sohn Schwierigkeiten gemacht hat." Er lächelte entwaffnend und seine dunklen, von einem hellen Glitzern erfüllten Augen lagen ruhig auf ihr.

Remus sah sie verblüfft an. McGonagall? Oh nein...die Hauslehrerin Gryffindors und neuerdings stellvertretende Direktorin... das fängt ja gut an, dachte er und stöhnte unterdrückt auf.

McGonagall schürzte die Lippen. "Also, das habe ich in meiner ganzen Laufbahn als Lehrerin noch nicht erlebt, dass sich zwei Erstklässler duellieren, bevor sie überhaupt in Hogwarts angekommen sind!" Ihre Augen waren verengt und sie warf Sirius und James vernichtende Blicke zu.

Zwei Erwachsene waren hinter James getreten - James' Eltern, wie Remus annahm - und lächelten entschuldigend. Sein Vater stieß James leicht in den Rücken und dieser zog eine Grimasse.

"Tut mir leid", sagte er dann.

"Das wird die Aufregung sein", fügte seine Mutter mild hinzu.

McGonagall stieß einen langen Atem aus. "Na, vergessen wir diese Angelegenheit." Sie schaute Remus, James und Sirius der Reihe nach an. "Ein Glück für Sie, dass Sie noch nicht in ihre Häuser eingeteilt wurden und ich Ihnen somit keine Punkte abziehen kann!"

Sie gab Sirius seinen Zauberstab zurück, drehte sich um und eilte davon.

"Das setzen wir noch fort, verlass' dich darauf", zischte Sirius James angriffslustig zu, warf Remus noch einen unheilvollen Blick zu und wandte sich dann um.

"Dad? Warum ist McGonagall denn hier?" Er und sein Vater gingen weiter, denn der Zug fuhr ein. "Ist sie nicht sonst immer..."

Remus drehte sich zu James herum. "Das war ja was", meinte er und lächelte vorsichtig. "Danke, übrigens."

James winkte ab. Doch er betrachtete Remus nicht mit einem herabblassenden Blick, wie zuvor Peter, denn stattdessen lag leichtes Interesse darin. "So ein Arschloch."

Remus nickte.

"James Potter", stellte der Junge sich vor und reichte ihm grinsend die Hand.

"Remus Lupin." Remus schlug ein.

"Schau', lass' uns schnell in den Zug, bevor alle Plätze weg sind." James verabschiedete sich von seinen Eltern und sie eilten los, hievten die Koffer in den Zug und sicherten sich ein Abteil.

Peter war ihnen unaufgefordert gefolgt und hatte schüchtern gefragt, ob er sich zu ihnen setzen dürfte.

James hatte ihn wieder mit einem leicht missfälligen Stirnrunzeln bedacht, so, als fände er, dass Peter nicht cool genug war, um sich zu ihm setzen zu können, aber offenbar hatte er in diesem Moment die Großzügigkeit gepachtet, denn er sagte nichts.

"Ja, setz' dich ruhig zu uns", meinte Remus auch schon und Peter machte ein erleichtertes Gesicht.

Irgendwie erinnerten seine Augen ihn an eine Ratte, dachte Remus flüchtig und unterdrückte ein Grinsen.

"Ausnahmsweise!", fügte James hinzu und stellte damit klar, dass er in Zukunft nichts weiter mit Peter zu tun haben wollte.

Remus warf James einen langen Blick zu und seufzte innerlich. Irgendwie fand er dem ersten Eindruck zufolge James genauso arrogant wie Sirius.

"Du... du musst wirklich gut sein, wenn du bereits ein paar Zauber wie den Schockzauber beherrschst", sagte Peter, die Augen auf James gerichtet. Etwas nervös fuhr er sich mit der Zunge über die Lippen.

"Ist doch klar, dass man ein bisschen zaubern kann", entgegnete James herablassend.

"Also, bei mir funktionieren viele nicht."

"Tja. Pech."

Remus' Augenbrauen zuckten belustigt. James klang so gelangweilt, dass Peter eigentlich verstehen musste, dass der Junge an einem Gespräch mit ihm gänzlich abgeneigt war.

"In welches Haus würdest du gerne?", fragte James nun und blickte Remus an.

"Hmm", machte dieser. "Gryffindor und Ravenclaw finde ich gut."

James nickte. "Ja, Gryffindor finde ich auch cool." Dann grinste er schief. "Wetten, Black kommt nach Slytherin?"

Remus grinste zurück. "Unwahrscheinlich wäre es nicht."

"Soll er mal ruhig, solange ich nicht mit ihm in einem Haus bin."

"Ich fand das ganz schön... mutig, wie er McGonagall angefahren hat, vorhin", ließ Peter schüchtern vernehmen und er kicherte unsicher.

Remus lachte kurz. "Ja, die hat vielleicht Augen gemacht."

Während sie sich unterhielten, hatte der Zug London hinter sich gelassen und Wiesen mit Kühen und Schafen zogen an ihnen vorbei.

Die Abteiltür öffnete sich plötzlich und Remus blickte überrascht auf Sirius, der eintrat, seinen Koffer und den Käfig mit seinem Uhu hinter sich.

Er schien sich dazu setzen zu wollen, doch er prallte zurück, als er James und Remus erkannte. Sein blasses Gesicht verdüsterte sich mit einem Schlag. "Ihr...", fing er gereizt an. "Euch wird man auch gar nicht mehr los, hm?"

James, der aufgesprungen war, funkelte ihn an. "Verfolgst du uns?", erkundigte er sich angriffslustig. "Zisch' ab, deine rassistischen Slytherinfreunde werden dir doch sicherlich einen Platz freigehalten haben."

Sirius' Brauen zogen sich zusammen. "Ich bin es nicht gewohnt, zu teilen", sagte er dann, scheinbar gelassen und mit nicht zu überhörender Arroganz in der Stimme. "Also, wie wäre es, wenn ihr verschwindet?"

James schnaubte empört. "Was?"

"Wir waren zuerst hier", meinte Remus ruhig.

"Interessiert mich das?", fragte Sirius, die kalten Augen nun auf Remus gerichtet.

"Vermutlich nicht", gab Remus trocken zu.

"Verpiss' dich, Black!", verschaffte James sich wieder mit zischender Stimme Gehör.

Ein rascher Blickwechsel zwischen den beiden Jungen und schon wurden Zauberstäbe gezückt.

Remus stöhnte unterdrückt auf. Nicht schon wieder... "Hört mal, wenn McGonagall reinplatzt, seid ihr echt gearscht."

"McGonagall reist nicht mit dem Zug", gab Sirius hochmütig zurück, ohne von James aufzuschauen. "Nur zu, ich bin sowieso besser, als du", fügte er zu dem schwarzhaarigen Jungen gewandt hinzu.

Doch noch begann James keinen Zauber auszusprechen.

"Ihr kriegt noch Schwierigkeiten, bevor wir überhaupt da sind", wagte Peter sich einzumischen.

Niemand ging darauf ein.

Jemand lief über den Gang und stoppte plötzlich. "Sirius?", ertönte eine helle, melodische Stimme. Ein sehr hübsches Mädchen mit langen, dunklen Haaren schaute in das offene Abteil herein und schien die Situation sofort mit einem Blick erfasst zu haben, denn sie runzelte die Stirn.

Sirius drehte sich zur Seite, seinen Zauberstab weiterhin auf James gerichtet. Alle Blicke waren auf sie gerichtet.

"Andromeda!", rief er erfreut aus und Remus bemerkte, wie dessen Augen aufleuchteten. Dieses Leuchten drängte Sirius' sonstige Arroganz völlig in den Hintergrund und erhellte sein Gesicht.

Das Mädchen - Andromeda - blickte zurück. Sie schien zwei Jahre älter zu sein. Auf ihrem blassen, fein geschnittenen Gesicht lag Wärme und ihre grünen Augen schienen jederzeit zu strahlen. "Ach, Sirius, du bist noch nicht mal in Hogwarts angekommen und schon suchst du Ärger?", erkundigte sie sich gelassen. Sie trat ein und Remus fand jede ihrer Bewegungen anmutig. Sanft hauchte sie Sirius zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange. Sie hatte ihren Hogwartsumhang umgelegt, auf den das Zeichen des Gryffindorhauses gestickt war.

Sirius hob die Schultern und setzte eine solch' unschuldige Miene auf, die Remus ihm sogar abgenommen hätte, wenn er es selbst nicht besser gewusst hätte.

"Ich suche nicht den Ärger, Andromeda, der Ärger sucht mich", behauptete er frech grinsend.

"Wer bist du?", wollte James gereizt wissen.

Andromeda löste ihren Blick von Sirius und schaute zu James. "Andromeda Black. Ich bin Sirius' Cousine. Und wer seid ihr?"

"Black?", wiederholte James und klang alles andere, als begeistert. "Hier muss irgendwo ein Nest sein."

"Halt deine Klappe, oder ich verfluche dich!", ertönte es auch schon von Sirius.

"Versuch's doch, Idiot."

"Ich bin Remus Lupin, das sind James Potter und Peter", stellte Remus sie hastig vor, ehe der fortgesetzte Streit zu einem Duell heranreifen konnte.

Andromeda sah ihn an und lächelte flüchtig. "Angenehm." Dann haftete sie ihren Blick wieder auf Sirius. "Also?"

"Also was?"

"Was ist hier los? Ihr beide habt euch doch schon auf dem Bahnsteig duelliert, hm?" Sie grinste schalkhaft, was ihr Gesicht spitzbübisch machte.

"Gar nichts ist hier los", maulte Sirius. "Ich war nur auf der Suche nach einem Platz."

"Aber die anderen haben dir doch einen freigehalten", entgegnete sie erstaunt.

"Auf ´ner Suche nach ´nem Platz?", wiederholte James spöttisch, fast im selben Augenblick. "Ja, klar. Du bist auf ´ner Suche nach ´nem ganzen Abteil!"

"Warst, Potter, warst", korrigierte Sirius ihn höhnisch. "Denn ich habe es ja jetzt gefunden. Also, raus hier."

"Sirius", lachte Andromeda belustigt auf. "Sie waren zuerst hier, wie es den Anschein hat." Sie seufzte. "Na, komm' mit. Bei uns ist auch noch was frei." Sie ging heraus, zückte ihren Zauberstab und ließ Sirius Gepäck schweben. "Wiedersehen, Jungs", sagte sie noch, packte Sirius am Arm, ehe sie einfach davon schritt, ihren jüngeren und verdutzten Cousin mit sich zerrend.

James stieß einen langen Atem aus. "Pah", machte er. "So ein arroganter Wichser!"

"Aber irgendwie komisch, dass er alleine sitzen wollte", meinte Remus, doch James winkte ab.

"Quatsch, der hat nur ´nen Grund zum Pöbeln gesucht."

--

Als der Zug endlich anhielt und die Erstklässler mit den Booten nach Hogwarts gebracht und von Professor McGonagall - die es nicht unterlassen hatte, James und Sirius warnende Blicke zukommen zu lassen - in die Große Halle eingeführt wurden, war Remus eindeutig nervös.

"Na, musst du dich gleich übergeben?", erkundigte sich eine hämische Stimme nicht weit von ihm.

Remus schaute auf und blickte in Sirius' Gesicht.

"Du siehst sowieso so kränklich aus, hast wohl Angst vor der Prüfung, gleich, hm?"

"Du bluffst, Black", meinte James finster.

"Prüfung?", wiederholte Remus überrascht und merkte, wie sein Magen sich bei dieser Vorstellung umdrehte.

Sirius grinste. "Klar. Oder hast du geglaubt, man wird einfach so in die Häuser eingeteilt? Und Potter, halt's Maul, wenn du nicht angesprochen wirst."

"Ja, das habe ich allerdings gedacht."

"Tja, falsch gedacht, Lupin. Bei dir wundert es mich aber überhaupt nicht." Sirius lachte arrogant und wandte sich von Remus wieder ab.

James starrte ihm zornig in den Rücken. Er wollte etwas erwidern, doch McGonagall kam ihm dazwischen.

"Geht ihr wohl weiter im Gänsemarsch!", zischte sie entrüstet, als sie sah, dass die drei Jungen die Ordnung durcheinander gebracht hatten.

Rasch reihten sich Remus und James wieder ein. McGonagall führte sie zum anderen Ende der Großen Halle zum Lehrertisch, und zwar so, dass die Erstklässler mit den Rücken zu den Lehrern in einer Reihe vor den anderen Schülern standen.

Hunderte Gesichter starrten sie an und Remus' Beine fühlten sich an, als seien sie aus Blei. Hoffentlich hat Sirius nur geblufft...

Über ihm spannte sich die samtschwarze, mit Sternen übersäte Decke. Er wusste, dass sie wie der Himmel draußen aussah, seine Mutter hatte es ihm einmal erzählt.

McGonagall hatte einen Stuhl vor die Erstklässler gestellt und einen verschlissenen Spitzhut darauf gelegt, der inzwischen zu singen begann, wobei er die Eigenschaften der vier Häuser aufzählte. Tosender Beifallsturm brach los, als er geendet hatte.

"Wir müssen nur den Hut aufsetzen", flüsterte James grinsend. "War also klar, dass Black gelogen hat."

McGonagall trat vor und rollte da Pergament auseinander, welches sie in den Händen hielt. Sie erklärte, was sie zu tun hatten und begann, die Namen aufzurufen.

"Abbot, Joan!"

Ein Mädchen mit blonden Zöpfen stolperte aus der Reihe der Erstklässler hervor, setzte sich hin und stülpte den großen Hut über ihren Kopf, der sogleich über ihre Augen rutschte.

"HUFFLEPUFF!", rief der Hut und der Tisch zur Rechten jubelte und klatschte, als Joan aufstand und sich bei den Hufflepuffs niederließ.

"Black, Sirius!", rief McGonagall.

"Slytherin, jede Wette", feixte James.

Sirius ging im aufrechten und selbstsicheren Gang zum Stuhl und setzte den Hut auf.

Ein paar Slytherins johlten ihm zu.

Es dauerte jedoch, bis der Hut das Haus ausrief, in welches der Junge eingeteilt werden würde. Er schien eine Weile zu brauchen, bis er sich entschied und Remus sah aus den Augenwinkeln, wie James missfällig die Stirn runzelte.

Sirius saß fast eine Minute auf dem Stuhl, ehe der Hut es aussprach.

--

"Ah, noch ein Black. Ich habe bereits auf dich gewartet. Wohin stecke ich dich nur?"

Sirius starrte in das schwarze Innere des Hutes und verfluchte diesen in Gedanken, weil er sich offenbar nicht entscheiden konnte.

"Ich denke, Slytherin wäre passend", piepste die Stimme in seinem Ohr. "Deine Familie wäre stolz auf dich, sie alle wollen dich in Slytherin sehen."

Natürlich wäre sie stolz, du Schachkopf, entgegnete Sirius in Gedanken. Allein deswegen schon würde es mich reizen, in ein anderes Haus gesteckt zu werden.

"Ah, ein Rebell. Hitzig bist du. Mutig, tapfer und keinen Sinn für Regeln und Gesetze", fuhr der Sprechende Hut fort. "Du würdest für wahre Freunde alles tun. Weißt du, das sind allerdings Eigenschaften des guten, alten Gryffindor."

Mir egal. Hauptsache, Potter steckst du in ein anderes Haus. "Du könntest groß werden, mit deiner List und deiner Intelligenz, Sirius. Mit deiner dunklen Seite. Vor allem in Slytherin. Du bist überaus selbstsicher, von dir selbst überzeugt."

Ach ja? Sirius bemühte sich um einen gelangweilten Ton. Er wusste, dass sämtliche Slytherins auf ihn starrten und eine Antwort des Hutes erwarteten, die eigentlich schon feststand. Nur weil er den Namen ´Black´ trug, erwartete jeder, dass er nach Slytherin kam. Dass er den vorprogrammierten Weg der Dunklen Künste ging, ohne auch nur ein einziges Mal abzuzweigen.

"Doch du nimmst kein Blatt vor'n Mund. Du tust, was dir gerade im Sinn steht. Charakterzüge, die dich irgendwann zu Fall bringen werden, Sirius. Es ist sehr schwer... Slytherin? Gryffindor? Doch ich denke...", seufzte der Hut, "es ist..."

--

"GRYFFINDOR!"

Am Gryffindortisch johlte es laut.

"Was?", fragte James verdutzt. "Das kann nicht sein!"

Remus hob die Schultern und sah, wie Lucius Malfoy am Slytherintisch überrascht zu Sirius starrte, der inzwischen aufgestanden war und zu seinem Tisch ging. Er hielt seinen Blick unnachgiebig geradeaus gerichtet und schien sich zu zwingen, nicht eine Sekunde lang zu den Slytherins zu schauen.

"Das kann nicht sein!", wiederholte James zu seiner Linken. "Das glaube ich jetzt aber nicht!"

"Der Sprechende Hut soll sich noch nie geirrt haben", raunte Remus zurück.

James schnaubte.

Als McGonagall schließlich "Lupin, Remus!" ausrief, ging dieser mit ruhigen Schritten, die seine innere Aufgeregtheit nicht verrieten, zum Stuhl und packte sich den Kopf auf den Kopf. Und schon sah er nichts, als das schwarze Innere des Hutes.

"Hm", piepste eine Stimme in seinem Ohr, "ich sehe Begabung. Aber auch viel Mut. Und Einsamkeit. Wohin soll ich dich schicken? Ravenclaw? Gryffindor? Ich denke aber... du bist gut aufgehoben in... GRYFFINDOR!"

Die Gryffindors brachen in Beifall aus, während Remus aufstand, den Hut ablegte und zum Tisch herüberlief, ehe er einen glücklichen Blick mit James ausgetauscht hatte.

Er hatte schon viel Gutes von Gryffindor gehört.

Als Peter Pettigrew ebenfalls nach Gryffindor eingewiesen wurde - der Hut hatte mindestens fünf Minuten gebraucht - stutzte Remus. Aber gut, er hatte die Entscheidung bei Sirius nicht in Frage gestellt, und er würde es auch bei Peter nicht machen. Es hieß ja, der Sprechende Hut hatte noch nie fehlentschieden.

"Potter, James!", rief McGonagall und Remus schaute gespannt auf.

Doch auch bei James brauchte der Hut fast eine Minute, um sich zu entscheiden. ´Wie bei Sirius´, dachte Remus flüchtig und fragte sich einen Augenblick später, wieso er das dachte.

--

"Du willst nach Gryffindor?", erkundigte sich der Hut bei James.

Ja, Mann. Ich wollte schon immer nach Gryffindor. Nur zu blöd, dass Black auch dort ist.

"Ah, ja, das hatte ich heute doch schon einmal... Nun, wie dem auch sei, auch bei dir ist es schwer zu entscheiden."

Was gibt es da großartig zu überlegen?

"Nun, du würdest auch sehr gut in Slytherin passen."

James versteifte sich. Nein. Nicht Slytherin. Nicht Slytherin! Ich hasse schwarze Magie!

"Aber in Slytherin könntest du groß werden. Du hast die passenden Eigenschaften dazu, James."

Nicht Slytherin...

"Listig, bist du. Von dir selbst überzeugt.", fing der Sprechende Hut aufzuzählen und James verfluchte ihn still.

"Aber ich sehe auch Mut. Mut und Edelmut und die Eigenschaft, seinen Freunden immer beizustehen, selbst, wenn man dabei sein Leben riskiert. Ein wenig zu vertrauensselig. Ich schätze aber, dass meine Entscheidung die Richtige sein wird.

Nicht Slytherin... Tu' mir das nicht an! James hatte vor lauter Wut und Verzweiflung die Hände zu Fäusten geballt.

"GRYFFINDOR!"

--

 

Wieder brach am Tisch Jubel aus.

Strahlend kam James und setzte sich neben Remus. "Coole Sache, ich habe mir so sehr Gryffindor gewünscht!", sagte er lachend. Er sah übermäßig erleichtert aus.

Remus schaute wieder zum Stuhl, auf dem ein bleicher Junge mit schwarzen Haaren und dunklen Augen saß, die wie Tunnel wirkten. Severus Snape hieß er.

Kaum hatte der Hut ihn am Kopf berührt, so rief er es auch schon aus. "SLYTHERIN!"

Remus fand, dass irgendwie alle Slytherins düster und blasiert wirkten.

Er bemerkte indes, wie sich James' Gesicht verdüstert hatte, augenblicklich, als er Sirius sah. Er saß neben Andromeda gegenüber von den beiden Jungen und schaute auf, als er James' Blick spürte.

"Na? Brichst wohl die Familientradition, weil du nicht nach Slytherin gekommen bist, was?", zog James ihn auch sofort auf und schnitt eine Grimasse. "Deine Mutter wird enttäuscht sein."

Remus verdrehte die Augen. Irgendwie ging ihm James' Arroganz etwas auf die Nerven.

"Wieso? Die Tradition habe ich doch schon gebrochen", entgegnete Andromeda belustigt.

"Halt' meine Mutter aus dem Spiel raus, Potter, oder ich lasse dir Kürbissaft auf deinen hohlen Kopf schütten", sagte Sirius finster.

"Ein Spiel, Black?", wiederholte James, scheinbar interessiert. Dann lächelte er lauernd. "Ein Spiel, welches du verlieren wirst."

"Das werden wir ja sehen. Wetten, du wirst der erste von uns beiden sein, der dem Tod die Hand reichen wird?"

Dunkle Schatten huschten in James' haselnussbraunen Augen vorüber. "Ein Spiel des Lebens, welches du beginnen willst?"

Sirius sah mit festem Blick zurück. Tücke lauerte in seinen dunklen Augen, während sich sein Mund zu einem überheblichen Grinsen verzog. "Nein, Potter. Kein Spiel des Lebens. Sondern das Spiel des Todes. Schon mal einen grünen Blitz gesehen?" Er lachte kurz und höhnisch.

Remus zog scharf die Luft ein, während James' seine rechte Faust auf die Tischplatte donnern ließ.

"Willst du mir etwa drohen?", fragte James zischend.

Inzwischen schauten mehrere Gryffindors zu den beiden Jungen herüber und Getuschel wurde laut.

"Hey, das sind doch die beiden, die sich heute duelliert haben", hörte Remus einen Jungen sagen.

Ein anderer pfiff durch die Zähne. "Ja, direkt vor McGonagall, am Bahnsteig."

"Yo. Haha. Unsere neuesten Unheilstifter, würde ich sagen."

"Drohen?", antwortete Sirius derweil und klang scheinbar amüsiert. Weder er noch James merkten, wie sie immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen. "Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber wir sind schon den ganzen Tag damit beschäftigt, uns zu bedrohen, Potty."

"Potty?", wiederholte ein Mädchen belustigt und kicherte.

"Aber nicht mit dem Tod", warf Remus neutral ein.

"Misch' dich nicht ein, Lupin", fuhr Sirius ihn an.

Remus hob seine Augenbrauen. "Sag' du mir nicht, was ich zu tun und zu lassen habe, Black. Dein hochnäsiges Gerede geht mir echt auf die Nerven. Die Welt gehört nämlich nicht nur dir, stell' dir das mal vor!"

"Sprich' ruhig weiter", forderte Sirius ihn mit gepresster Stimme auf. "Und du wirst heute zum zweiten Mal Funken ins Gesicht geschleudert bekommen. Vielleicht wirst du damit ja deinen kränklichen Teint los."

"Leute...", fing Andromeda nun beschwichtigend an.

"Halt deine Fresse, Black, wenn du weißt, was gut für dich ist", fuhr James hasserfüllt dazwischen.

"Hey!", startete Andromeda, eindeutig genervt, einen neuen Versuch. "Nun beruhigt euch mal! Ihr seid jetzt in Gryffindor und Gryffindors halten zusammen."

"Wer's glaubt", murmelte Sirius und fing sich eine Kopfnuss von seiner Cousine ein.

"Im Ernst, jetzt. Wenn, dann tragt eure Auseinandersetzungen dort aus, wo sie niemand mitbekommt", sagte Andromeda ernst.

"Ja, ja", winkte James mürrisch ab. "Wenn ich jetzt noch mit dem in einen Schlafsaal komme, drehe ich am Rad", fügte er noch hinzu.

Remus grinste flüchtig. "Halt' dich lieber mit solchen Sprüchen zurück, sonst passiert's noch", meinte er schmunzelnd.

 

13.10.08 16:43





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