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Eine Geschichte

Rückwärts in die Dunkelheit

Zu den Sternen schaut man auf,
wenn es auf der Welt nichts mehr zu sehen gibt.
Oder blickt man auf,
wenn man nichts mehr sehen will?


Prolog

So viel hat der Mond hier schon gesehen,
hat viel Übel miterlebt.
Was wird wohl noch geschehen,
wenn sich die Finsternis erhebt?

Einst waren wir Freunde für die Ewigkeit,
dachten, es würde nie ein Ende finden.
Doch wir fielen in tiefe Dunkelheit,
Eintracht mag uns niemals binden.

Denn wie auch Zeit vergeht die Freundschaft,
auch wenn ich es kaum glauben kann.
Nichts ist mehr länger standhaft,
seit der Verrat seinen Lauf begann.


Da stand ich nun. Vor einem kleinen See inmitten des dunklen Verbotenen Waldes. Die halbförmige Mondsichel schien vom samtschwarzen Himmel herab und die Sterne, die aus solch' unerreichbarer Ferne hinabfunkelten, spendeten schimmerndes Licht. Sie schienen ein Netz aus bläulichweiß glitzernden Perlen zu bilden, so dass ich mich fragte, was sie noch alles von dort oben sehen würden, außer das Leben. Und den Tod.

Ich wusste keine Antwort darauf und wandte den Blick vom Horizont ab und ließ ihn vor mir über die ruhige Wasseroberfläche schweifen. Ich sah, wie sich die Himmelslichter darin spiegelten, so klar und so unschuldig, mit einem leisem Hohn im geheimnisvollen Glitzern, der ihr Wissen verriet, dass die Menschen niemals erfahren würden, welch' Geheimnisse sie bargen.

Eine Eule schuhute von irgendwo her. Ein leiser Jagdruf eines Tieres folgte dem und hallte über die Stille des Waldes. Doch ich ließ mich nicht beirren. Ich kannte den Wald und wusste, wann er gefährlich war und wann nicht. So oft war ich mit Sirius, James und Peter hier gewesen und wir hatten alle Gegenden durchstreift, ich hatte manchmal das Gefühl, als ob ich jeden Winkel kennen würde. Aber ich wusste, dass der Wald noch vieles in sich bewahrte, was ich nicht kannte, und dass er es verbarg.

Langsam kniete ich mich hin und ließ meine linke Hand ins kühle Wasser tauchen. Sanft umspielte es meine Finger und ich beobachtete die flüssigen Bewegungen, die ich verursacht hatte, und die über die ganze Seeoberfläche hinweg glitten.

Ich seufzte leise und dachte an bessere Zeiten. Wie schnell das Glück doch zerbersten konnte. Wie schnell Verbrüderung auseinander gerissen werden konnte, gejagt und vernichtet vom Verrat, dem ewigen Begleiter des Todes.

Ich hatte einmal gedacht, dass wahre Freundschaft wirklich existierte. Auch wenn man sich zu fragen hatte, was denn echte Freundschaft sei und wann man wusste, dass man sie erfuhr, so hatte ich geglaubt, dass es mir vergönnt gewesen war, sie kennen zu lernen.

Doch wie konnte es sein, wenn sie sich so einfach hatte vernichten lassen? Wo waren dann die Funken der Echtheit?

Ich zog meine Hand aus dem Wasser und setzte mich hin. Ich verlagerte mein Gewicht auf meine Hände, während ich wieder zu den Sternen aufsah.

Ihr Anblick war verlockend, denn so konnte man der düsteren Welt entkommen... zumindest konnte man es sich einbilden.

Und als ich so hinaufschaute und mich in den Weiten des Universums verlor, welche sich über mir erstreckten, erhellt vom matten Sternenlicht, entsann ich mich einer Freundschaft, die einst dem Tod getrotzt hätte.

Meine Gedanken schweiften ab, zurück in verblichene Zeiten, von denen ich geglaubt hatte, sie längst verarbeitet zu haben, und hielten erst an dem Punkt an, an dem alles begann...

 


13.10.08 16:33
 


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